Sep 07 2011
Lebenswelle: Mythos El Hierro
Durchdringende Impulse, der tragende Gefühlsturm des Moments – plötzlich zählt nur noch der Augenblick, das Leben im Hier und Jetzt. Man atmet den frischen Meeresduft ein, und mit jedem Atemzug macht sich in einem Zufriedenheit breit. Es ist wie ein seidenes Tuch im Sonnenaufgang, eine sanfte Stimme, welche überall erklingt. Das Herz nimmt diese wahr, aber der Verstand kann sie nicht deuten. Willenlos ist man ihr ausgeliefert, treibt immer weiter voller Glück umher.
Kleine, tiefgehende, schwebende Impulse tragen das Herz durch eine wundervolle Felsenlandschaft, man ist dem Horizont endlos nah, spürt das Leben von seiner unbeschreiblichen Seite in einer eigenen natürlichen Umgebung. Die Natur und das Meer – ein einzigartiges Schauspiel offenbart sich auf der Insel El Hierro ein jeden Tag. Wie eine Energiewelle weht der Meereswind umher, löst die eigens geschaffenen Fesseln, bis das Feuer der Leidenschaft erwacht.
Einige Jahre verweilen wir nun schon auf El Hierro, leben in einem Strom etwas anderer Romantik. Nicht nur Streicheleinheiten, nein, gerade das Herz der Insel, grob und ungeschliffen, machen das Leben hier so lebenswert. Diese Insel ist wie das Leben selbst; rauh, dann wieder sanft oder auch mal wild. Doch spielt es überhaupt eine Rolle, solange man Zufriedenheit in sich spürt?
Die Städte dieser Welt, sie berauben uns jedweder Konzentrationsfähigkeiten, ziehen die Menschheit in verlockende Abhängigkeiten der Plastikwelt hinein. El Hierro hingegen ist ein ganz kleiner Teil dieser Erde mit einer ehrlichen, aufrechten Stimme.
Euer Joachim
